Parlamentarische Anfrage

Parlamentarische Anfrage betreffend der Neuen Medizin

1992-03-11

der Abgeordneten Madeleine Petrovic und FreundInnen

an den Bundesminister für Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz

betreffend: Stand der Krebs-Forschung in Österreich; Überprüfung der Thesen von Dr. Ryke Geerd Hamer

Seit etwa siebzig Jahren versucht die Schulmedizin im großen und ganzen (jedenfalls bei Organ-Krebserkrankungen) weitgehend ohne signifikante Erfolge Krebs medikamentös oder durch Einsatz der Strahlentherapie zu heilen. Als Hauptschwierigkeit stellt sich immer wieder der Mangel an empirisch verifizierbaren Theorien über die Krebsentstehung heraus.

Trotz dieser enormen Defizite im Bereich der Theorie sowie der Heilungsmethoden ist die Schulmedizin nach wie vor nicht bereit, unkonventionelle Thesen betreffend die Entstehung von Krebserkrankungen nach angesagten Therapien auch nur zu überprüfen. In nahezu allen europäischen Staaten ist bei der Bevölkerung eine große Verunsicherung hinsichtlich der Problemlösungskapazitäten der Schulmedizin eingetreten; dennoch hat sich etwa die EG-Kommission dezidiert dagegen ausgesprochen, daß sogenannte Alternativmethoden auch nur überprüft würden (Amtsblatt der EG, Nr.C 226/37 vom 24.8.87).

Insbesondere in Frankreich, Deutschland und Österreich interessiert sich seit geraumer Zeit eine wachsende Zahl von Menschen für die Theorien von Dr. Hamer, welche in mehreren Büchern niedergelegt sind. Die erstunterfertigte Abgeordnete hatte die Gelegenheit zu Kontakten mit etlichen PatientInnen, die infolge einer fortgeschrittenen Krebserkrankung von der Schulmedizin aufgegeben waren, ihren überzeugenden Angaben zufolge jedoch aufgrund der Hamerschen Aussagen betreffend umfassend (psychisch/zerebral/organisch/sozial) geheilt werden konnten. Die erstunterfertigte Abgeordnete konnte ebenfalls in Erfahrung bringen, daß die von Dr. Hamer in Tübingen zur Habilitation eingereichten Schriften, die im wesentlichen davon ausgehen, daß Krebserkrankungen stets eine seelische Ursache haben und daß daher neben der körperlichen Behandlung eine Lösung des zugrundeliegenden Konfliktes unerläßlich für die Heilung sei, jedenfalls dort von der Fakultät nicht geprüft werden.

Ohne selbst über die Richtigkeit oder Unrichtigkeit dieser Thesen eine Aussage treffen zu können, erscheint es angesichts der jahrzehntelangen vergeblichen Bemühungen der Schulmedizin jedenfalls angesagt, alle wenn auch noch so unkonventionellen Theorien umgehend zu überprüfen.

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher die folgende

Anfrage:

1. Hat Ihr Ressort sich inhaltlich mit den Thesen von Dr. Hamer auseinandergesetzt? Wenn ja, mit welchen Ergebnissen ? Wenn nein, warum nicht?

2. Finden Sie persönlich die Heilungserfolge der Schulmedizin bei Fällen von Organkrebs befriedigend?

3. Sind Sie persönlich der Meinung, daß auch unkonventionelle Krebstheorien jedenfalls umgehend überprüft werden müssen? Wenn ja, in welcher Weise entsprechen Sie dieser Erkenntnis? Wenn nein, warum nicht?

4. Wie hoch war jeweils die Summe der Forschungsmittel, die Ihr Ressort (also nicht die chemisch-pharmazeutische Industrie) in die Überprüfung neuer Krebstheorien investiert? Halten Sie diese Mittel für ausreichend?

5. Wieviele Dienstposten im Bereich des Gesundheitsministeriums sind der Überprüfung bzw. Evaluation von noch nicht anerkannten Forschungsmethoden gewidmet? Wieviel Dienstposten sind hingegen der Überprüfung und Zulassung herkömmlicher Arzneimittel bzw. der Verwaltung schulmedizinischer, symptomorientierter medizinischer Erkenntnisse gewidmet?

6. Ist in Österreich eine ärztliche Behandlung nach den Thesen von Dr. Hamer zulässig?

7. Gibt es Ihres Wissens nach in Österreich Ärzte, die nach den Thesen von Dr. Hamer PatientInnen behandeln? Wenn ja, mit welchen Erfolgen in Relation zur Schulmedizin? Wenn nein, worauf gründet Ihre Annahme?

8. Wieviele VertreterInnen alternativen Heilmethoden sind

a) im Obersten Sanitätsrat,
b) in der Arzneibuchkommission,
c) Arzneitaxkommission,
d) Balneologische Kommission,
e) Beirat für psychische Hygiene,
f) Beirat zur Bekämpfung des Mißbrauches von Alkohol und anderen Suchtmitteln
vertreten? Glauben Sie, daß das den Wünschen und Bedürfnissen mündiger PatientInnen entspricht?

9. Wieviele Frauen sind bei welcher Gesamtmitgliederzahl in den in Frage 8) genannten Gremien jeweils vertreten? Halten Sie diesen Zustand für akzeptabel? Wenn ja, warum? Wenn nein, was werden Sie tun?